Aphasien

Bei Aphasien handelt es sich um den Verlust bereits erworbener Sprache, der sich in der Schwierigkeit äußert, Sprache zu verstehen, sich sprachliche Informationen zu merken und/oder Sprache zu äussern. Dabei ist auch die Schriftsprache mitbetroffen (Lesen und Schreiben).

Aphasische Syndrome äußern sich häufig als:

  • schwere Störung aller sprachlichen Modalitäten (Sprechen, Verstehen, Lesen, Schreiben)
  • Sätze mit durchschnittlich mehr als 5 Wörtern, wenig Unterbrechungen, meist normaler Sprechgeschwindigkeit und häufigen Wortfindungsstörungen
  • Flüssige, überschießende, hektische Redeweise mit vielen falsch benutzten Wörtern oder vielen lautlich entstellten Wörtern
  • Sätze mit weniger als 3 Wörtern, vielen Unterbrechungen und langsamer Sprechgeschwindigkeit (Telegrammstil)
Einige weitere sprachliche Symptome sind:
  • Wiederholen sinnloser Silben (ja-ja-ja) oder Wörter (Samstag-Samstag)
  • Automatismen (Lautgruppen oder Floskeln (sowas immer-sowas immer) werden stereotyp ohne Bezug zum Kontext bei jeder möglichen Sprachäußerung hervorgebracht)
  • agrammatisches Sprechen (Funktionswörter wie z.B. der, die, das, mein, dein, sein etc.. werden ausgelassen und nur Nomen, Verben und Adjektive verwendet)
  • Störung der Fähigkeit sich schriftlich zu äußern
  • Störung des Rechnens
  • Störung des Lesens.
Einige nichtsprachliche Symptome:
  • Einschränkung des Gesichtsfeldes
  • Gesichtslähmungen
  • Unfähigkeit zielgerichtete Bewegungen auszuführen
  • rechtsseitige Halbseitenlähmung
  • Verlust der Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Verlust der Merkfähigkeit
  • Geringe Organisationsfähigkeit
  • erschwerte Steuerung der Emotionen
  • geringe Flexibilit
  • erhöhte Reizbarkeit und Ermüdbarkeit
  • soziale Isolierung
  • Euphorie oder Depressionen
  • impulsives, manchmal auch agressives Verhalten u.v.m.
Ursachen können u.a. sein:
  • Hirnblutung
  • Hirnembolie
  • Verschluß eines Hirngefäßes
  • Hirnverletzung (durch Unfall oder Hirnoperation)
  • Multiple Sklerose
  • Abbauprozesse im Gehirn
Beratung und Therapie: Aphasien stellen nicht nur für den Betroffenen selbst, sondern auch für seine Bezugspersonen eine große Herausforderung dar. Für den Therapieerfolg ist es wichtig, daß der Patient motiviert genug ist, in seinen Bemühungen um die Verbesserung seiner sprachlichen Fähigkeiten nicht nachzulassen. Dazu braucht er auch das Verständnis und die Unterstützung seiner Angehörigen. Eine wichtige Grundlage dafür ist, daß der Betroffene und seine Familie miteinander kommunizieren können oder in die Lage versetzt werden, sich zu miteinander zu verständigen und lernen mit der Aphasie umzugehen. Somit ist nicht nur die logopädische Behandlung des Patienten wichtig, sondern auch die Beratung seiner Angehörigen.

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